Pioniere der Leiterplatten

19. Mai 2017

Die Lackwerke Peters haben nichts mit Farbeimer und Pinsel zu tun. Das Kempener Familienunternehmen steht vielmehr für Hightech auf kleinstem Raum.

Bereits 1956 entwickelte Werner Peters mit den beiden anderen Leiterplattenpionieren Fritz Stahl und Hermann Seul die ersten in Deutschland serienmäßig hergestellten Leiterplatten und läutete damit den Beginn der Leiterplattenproduktion in Europa ein.

Im Alter von 85 Jahren ist am 1. Januar dieses Jahres einer der innovativsten Unternehmensgründer der Region gestorben: Werner Peters. „Er war ein Pionier in Sachen Leiterplatten“, sagt sein Schwiegersohn Ralf Schwartz, Geschäftsführer der Lackwerke Peters GmbH & Co. KG. „Bereits 1956 entwickelte Werner Peters mit den beiden anderen Leiterplattenpionieren Fritz Stahl und Hermann Seul die ersten in Deutschland serienmäßig hergestellten Leiterplatten und läutete damit den Beginn der Leiterplattenproduktion in Europa ein.“ Mit der Übernahme der Niederrheinischen Lackfabrik in Krefeld im Jahr 1970 und deren Ausrichtung auf Speziallacke für die Elektronik begann Werner Peters Erfolgsgeschichte als Unternehmer, die aufgrund beständiger Expansion und internationalem Erfolg 1984 zum Umzug nach Kempen in einen größeren Neubau führte. Seitdem besteht eine enge Verbundenheit zwischen der Stadt und dem mittelständischen Unternehmen. Wenn er irgendwo auf der Welt gefragt werde, wo der Firmensitz liege, sage er: „In Kempen bei Düsseldorf, nahe der holländischen Grenze“, so Ralf Schwartz, der selbst aus der Nachbar-Großstadt Krefeld stammt.

Es geht haarfein zu

Wer bei dem Begriff Lackwerke an Farbeimer und Pinsel denkt, liegt kilometerweit daneben. Im Unternehmen Peters geht es „haarfein“ zu, so beschreibt es der Firmenchef und holt sein Smartphone aus der Tasche. „In meinem Handy sind 28 Lagen Leiterplatten drin.“ Und für diese braucht es hochauflösende Lacke. „Denn Leiterplatten sind ja nichts anderes als ein gedruckter Kabelbaum.“ Peters ist der weltweit einzige Komplettanbieter von Beschichtungsstoffen für die Elektronik. Schätzungsweise 60 Prozent der Produkte vom Niederrhein kommen in der Automobilindustrie zum Einsatz. Auch die Industrie-Elektronik, beispielsweise Roboter, hat einen großen Anteil am Umsatz. Etwas mehr als die Hälfte der Produktion geht in den Export. Die Leiterplatten-Produktion findet zu 90 Prozent in Asien statt. „Da sind wir auch mit einigen Firmen vertreten“, sagt Ralf Schwartz. Den Standort in Hong Kong leitet sein Neffe Tim Schwartz.

Die Lackwerke bedienen eine Marktnische. Der Jahresausstoß beträgt lediglich 1500 Tonnen im Jahr. Doch in dieser Nische sind die Kempener äußerst erfolgreich. Die Unternehmensgruppe mit ihren rund 160 Mitarbeitern weltweit ist ein typischer „Hidden Champion“. Zu den Kunden zählen einige der international bekanntesten Unternehmen. Doch so groß die Namen auch sein mögen – das mittelständische Familienunternehmen hat sich seine Unabhängigkeit bewahrt. „Der größte Umsatzanteil eines einzelnen Kunden liegt bei sieben Prozent“, erklärt Ralf Schwartz, der selbst seit 30 Jahren im Unternehmen ist.

Vorsitzender der Unternehmerschaft

Als Vorsitzender der Unternehmerschaft Niederrhein ist er eine bekannte Größe in der regionalen Wirtschaft. Der Arbeitgeberverband mit Sitz in Krefeld bündelt die Interessen seiner Mitglieder, ist Partner bei Tarifabschlüssen und kümmert sich um die Meisterbildung. Zudem organisiert die Unternehmerschaft den Regionalwettbewerb Jugend forscht und ist bei „Die lange Nacht der Industrie“ mit im Boot. Das Netzwerk funktioniere, sagt der Vorsitzende.

Im eigenen Unternehmen ist die Nachfolge geregelt. Neben Neffe Tim ist Anfang des Jahres auch Tochter Britta eingestiegen. Somit führt bereits die dritte Generation das Erbe von Werner Peters fort.

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Lackwerke Peters GmbH & Co. KG
Hooghe Weg 13
47906
Kempen
Deutschland

T  +49 (0) 2152 2009 0
F  +49 (0) 2152 2009 70
E  peters@peters.de
I  www.peters.de

Kurzinterview mit
Ralf Schwartz

Haben Sie einen Lieblingsort?
Ralf Schwartz : Die Kempener Altstadt.

Und eine Lieblingsspeise?
Ralf Schwartz :Im Sommer: Das salzige Pistazien-Eis bei „Brustolon“ in Kempen.

Wo gehen Sie gerne essen?
Ralf Schwartz : An meinem Wohnort am liebsten ins „Ercklentz“ und ins „Kemp’sche Huus“.

FAKTEN
Keimzelle
1956 entwickelte Werner Peters mit Fritz Stahl und Hermann Seul die ersten in Deutschland serienmäßig hergestellten Leiterplatten

Mitarbeiter
rund 160 weltweit